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05.04.2018 09:26 Alter: 2 yrs
Kategorie: Berufspolitik, Praxismanagement, Zahnheilkunde

Implantatversorgungen bei Nichtanlagen und Syndromen

Neue S3-Leitlinie veröffentlicht


Erstmals ist nach den Regularien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) eine S3-Leitlinie zur Rehabilitation von Patienten mit Zahnnichtanlagen entwickelt worden. Federführend durch die DGI und die DGZMK wurde in Zusammenarbeit mit 14 weiteren beteiligten Fachgesellschaften und Organisationen eine evidenzbasierte und breit konsentierte Entscheidungshilfe im Hinblick auf die kaufunktionelle Rehabilitation bei Patienten mit Nichtanlagen von bleibenden Zähnen unter Verwendung von Zahnimplantaten vorgelegt.

 

Die Leitlinie gibt Empfehlungen zur kaufunktionellen Rehabilitation von Patienten mit Zahnnichtanlagen unter der Verwendung von Implantaten, die auf Basis der bestverfügbaren Evidenz nach einer systematischen Literaturrecherche und einem strukturierten Expertenkonsens getroffen wurden. Ziel ist es, eine Entscheidungshilfe zur kaufunktionellen Rehabilitation bei Patienten mit Nichtanlagen von bleibenden Zähnen zu bieten. Diese Empfehlungen sollen auch als Hilfe bei der bei der Begutachtung von Ausnahmeregelungen der Kostenübernahme nach §28 SGB V dienen. Den Patienten soll eine nachhaltige und sichere Versorgung empfohlen werden. Der aktuelle Kenntnisstand zum Thema Zahnimplantate bei Zahnnichtanlagen soll den Patienten zugänglich gemacht werden. Als spezifische Behandlungsziele sollen neben den technischen Überlebens- und Erfolgsparametern einer Behandlung auch patientenzentrierte Parameter wie Lebensqualität, Selbstbewusstsein, Zufriedenheit und Kaufunktion analysiert werden. Diese Ziele flossen in die Evidenzrecherche und die Empfehlungsfindung ein.

 

Adressaten der Leitlinie sind

Zahnärzte

Zahnärzte mit Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie

Fachzahnärzte für Oralchirurgie und Kieferorthopädie

Spezialisierte Zahnärzte in zahnärztlicher Prothetik

Fachärzte für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie

betroffene Patienten.

 

Entsprechend des „Guidelines International Network“ bestehen derzeit weltweit keine Leitlinien zur Versorgung von Patienten mit Zahnnichtanlagen. Gründe für die vordringliche Erstellung einer Leitlinie zum Thema Zahnimplantate bei Patienten mit Zahnnichtanlagen bestehen u.a. schon deswegen, weil Zahnnichtanlagen (mit geschätzt 5,5 Prozent) die häufigste angeborene Fehlbildung des Menschen sind. Außerdem werden die möglichen Therapien von Hypo- und Oligodontien (Milchzahnerhaltung, Zahnautotransplantation, Zahnersatz, kieferorthopädischer Lückenschluss, Therapieverzicht) häufig kontrovers diskutiert und bewertet.

 

Die Leitlinie finden Sie hier.

 

Quelle: DGZMK-Publikation im März 2018