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< Kommentar: „Tunnelblick“
03.04.2018 10:00 Alter: 2 yrs
Kategorie: Gesundheitspolitik, Berufspolitik, Praxismanagement, Zahnheilkunde

Westfalen-Lippe: Ärzte und Zahnärzte gemeinsam gegen ECC

Netzwerke im Gesundheitswesen – Wichtiger denn je


Gemeinsame Information der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KZVWL) und der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄK-WL):

 

In der heutigen Zeit sind Netzwerkbildungen und Kooperationen im Gesundheitswesen ein wichtiger Bestandteil bei der Lösung der in der Versorgungsplanung und -steuerung auftretenden Fragen und Probleme. Die Early-Childhood-Caries (ECC) ist hierfür ein gutes Beispiel. Die aktuelle Studie der Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. untersuchte erstmals systematisch die Mundgesundheit dreijähriger Kinder. In Westfalen-Lippe sind 10,6 Prozent behandlungsbedürftig, 2,6 Prozent saniert und 86,8 Prozent der untersuchten Dreijährigen naturgesund. Dafür verantwortlich ist vor allem die gute Prophylaxe.

 

Eine kontinuierliche Prophylaxe für alle Kinder ab dem Durchbruch des ersten Zahns ist also entscheidend, damit die Kinder langfristig kariesfrei bleiben. Das gelbe Kinderuntersuchungsheft ist in Westfalen-Lippe um ein zahnärztliches Kinderuntersuchungsheft ergänzt und ermöglicht so die gegenseitige Information von Zahn- und Kinderarzt über Auffälligkeiten.

 

Um ganzheitlich erfolgreich zu handeln, darf jedoch die sektorübergreifende Prävention nicht nur ein gesundheitspolitisches Schlagwort sein, sondern muss in der Praxis angewandt und umgesetzt werden. Voraussetzung dafür ist nicht nur die grundsätzliche Bereitschaft übergreifend zu agieren, sondern die Bildung regionaler, persönlicher Netzwerke zwischen Zahnärzten und Ärzten.

 

Um das notwendige ärztliche und zahnärztliche Hintergrundwissen zu vermitteln, ein konkretes Kennenlernen zu ermöglichen und erste regionale Absprachen treffen zu können, richten Ärztekammer, Kassenärztliche Vereinigung, Zahnärztekammer, Kassenzahnärztliche Vereinigung und der Landesverband Westfalen-Lippe im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) im April drei regionale Veranstaltungen in Dortmund, Münster und Rheda-Wiedenbrück aus. Ein erster Meilenstein ist hier die beginnende Kommunikation und Kooperation von Zahnärzten mit  Kinder- und Jugendärzten. Weiter sollen hierbei regionale Netzwerke gebildet werden, die den regelmäßigen Austausch fördern sollen, für eine bessere ganzheitliche Gesundheit der Kinder und Jugendlichen, insbesondere im Sinne der Prävention.

 

Folgende Veranstaltungen sind vorgesehen:

 

Mittwoch, 11. April 2018 von 18.00 bis 20.30 Uhr

Tagungszentrum A2-Forum, Gütersloher Str. 100, 33378 Rheda-Wiedenbrück

 

Mittwoch, 18. April 2018 von 18.00 bis 20.30 Uhr

Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Robert-Schimrigk-Straße 4-6, 44141 Dortmund

 

Mittwoch, 25. April 2018 von 18.00 bis 20.30 Uhr

Ärztekammer Westfalen-Lippe, Gartenstraße 210-214, 48147 Münster

 

Hintergrund:

Die frühkindliche Karies (Early Childhood Caries, ECC) lässt sich zuverlässig durch Prophylaxe vermeiden. Die Hälfte aller kariösen Defekte, die bei der Einschulung festgestellt werden, entsteht in den ersten drei Lebensjahren. ECC ist aufgrund der Anzahl der betroffenen Zähne, des Schweregrads der Zerstörung und des geringen Alters der Kinder ein großes kinderzahnheilkundliches Problem. Entgegen einer weitverbreiteten Fehleinschätzung hat Karies im Kleinkindalter auch äußerst negative Auswirkungen auf die spätere Mundgesundheit von Erwachsenen. Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Studie der Universität Witten/Herdecke (Jordan et al. 2016) wiesen Studienteilnehmern, die bereits kariöse Erkrankungen an den Milchzähnen hatten, an durchschnittlich 14,8 mehr Zahnflächen eine Karies auf, als bei solchen, die als Kind kariesfrei waren. Außerdem hatten Teilnehmer, die bereits an frühkindlicher Karies erkrankt waren, im Schnitt 3,8 funktionstüchtige Zähne weniger.

 

Quelle: PM der KZVWL und der ZÄKWL vom 3. April 2018