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13.09.2023 17:18 Alter: 251 days
Kategorie: Gesundheitspolitik, GKV-Szene, Medien & Internet, Praxisfinanzen, Praxismanagement

TI-Probleme

KBV-Vorstand schreibt Brandbrief an CGM-Führung


 

 

Umstellung auf neue, teure Servicepakete – und immer wieder technische Pannen bei den Konnektoren: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) scheint langsam die Geduld mit dem Unternehmen CompuGroup Medical zu verlieren: In einem geharnischten Brief an den Firmenvorstand fordert KBV-Vorstand Dr. Sibylle Steiner Antworten. Das Schreiben ging auch an das Bundesgesundheitsministerium.

 

Steiner betont in dem Brief an die Spitze des IT-Unternehmens, das dem änd vorliegt, dass sie in den vergangenen Tagen zahlreiche Meldungen über Abstürze der KoCo-Boxen nach einem automatischen Update aus der Ärzteschaft erhalten habe. „Als besonders kritisch einzuordnen ist dabei, dass es sich hierbei um das Update auf die Firmware-Version 5.1.8 handelt. Dies Update wird aktuell durch die gematik vorgeschrieben, um eine potentielle Schwachstelle bezogen auf die IT-Sicherheit des Konnektors zu schließen (…). Offenbar wurde in diesem Zusammenhang auch der Vorschlag unterbreitet, den Konnektor fünf Mal wieder ein- und auszuschalten, um das Problem zu beheben“, so Steiner. Solche Berichte seien besorgniserregend: So sie zutreffend seien, lösten Sie nicht nur erneute Skepsis an der TI sondern auch an der dauerhaften Behebbarkeit dieser Probleme aus. „Wir möchten Sie daher auffordern, zu diesen Berichten Stellung zu nehmen und möchten diese Stellungnahme auch unseren Mitgliedern zur Verfügung stellen. Das zuständige BMG haben wir – wie auch die gematik – in den Verteilerkreis dieses Schreibens aufgenommen“, heißt es weiter.

 

KBV erwartet Antworten von CGM-Führung

 

Steiner holt in einem weiteren Schreiben zum Rundumschlag gegen die Geschäftspolitik der CGM aus: Es habe eine Vielzahl von Beschwerden gegeben, seit die CGM auf das teure „CGM TI-SERVICEPAKETplus“ umgestellt habe. Steiner: „Im August 2023 haben Sie die Verträge für alle Kunden angepasst, die für den TI-Anschluss laufende Verträge mit der CGM haben. Die Verträge wurden auf das CGM TI-SERVICEPAKETplus umgestellt. Sie haben Ihren Kunden zwar eine Widerspruchsmöglichkeit von rund 21 Tagen eingeräumt; die Schreiben wurden aber überwiegend Anfang August in den Sommerferien und damit in der Haupturlaubszeit vieler Vertragsärzte und -psychotherapeuten verschickt. Diese konnten ihr Widerspruchsrecht deshalb teilweise nicht in Anspruch nehmen“, kritisiert das KBV-Vorstandsmitglied. Die Vertragsanpassung habe bei den Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen mit laufenden CGM-Verträgen zudem zu Mehrkosten von monatlich mindestens 60 € geführt, ohne dass sich Service- und Leistungsspektrum verbessern. „Dies ist unverständlich.“ Für CGM-Bestandskunden, die bereits in den Jahren 2021 oder 2022 einen mit entsprechenden Kosten verbundenen Konnektortausch hätten durchführen müssen, mache das Unternehmen im CGM TI-SERVICEPAKETplus Kosten in unveränderter Höhe geltend, obwohl das Bundesministerium für Gesundheit für diese Gruppe die TI-Pauschale reduziert habe und der Konnektortausch CMG regelmäßig bereits mit einer Einmalzahlung vergütet worden sei. „Es ist für uns vollkommen unverständlich, weshalb Sie die vom Bundesministerium für Gesundheit in der TI-Festlegung vom 01. September 2023 abgesenkte Pauschale nicht berücksichtigt haben.“

 

Das gesamte Vorgehen sei für die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenärztlichen Vereinigungen und deren Mitglieder nicht akzeptabel. Das Marktverhalten der CMG führe zudem nicht zu der von Gesetzgeber und vom Bundesministerium für Gesundheit gewünschten Förderung der Innovationskraft und einer damit verbundenen Marktdynamisierung. „Vielmehr werden diese Ziele konterkariert. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fordert Sie daher zur Rückmeldung zu den in diesem Schreiben aufgeführten Sachverhalten bis spätestens 30. September 2023 auf. Teilen Sie uns bitte insbesondere mit, welche Schritte Sie wann unternehmen werden, um die von unseren Mitgliedern sowie den Vertragsärzten und -psychotherapeuten mitgeteilten Hauptkritikpunkte zu beseitigen“, schreibt Steiner. Quelle: änd am 13. September 2023