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07.09.2023 16:56 Alter: 279 days
Kategorie: Berufspolitik, Gesundheitspolitik, Praxisfinanzen

Zahnärzte warnen vor Praxissterben in Niedersachsen

Gemeinsamer Protest am 13.09.2023 / Kundgebung in Hannover


 

 

Die Zahnärztinnen und Zahnärzte in Niedersachsen warnen vor einem Praxissterben vor allem in ländlichen Regionen. Schon heute könnten Praxen, deren Inhaberinnen und Inhaber altersbedingt ausscheiden, kaum mehr nachbesetzt werden, sagte der Vizepräsident der Zahnärztekammer Niedersachsen (ZKN), Lutz Riefenstahl, in Hannover.

 

Die aktuelle Spargesetzgebung der Bundesregierung verschärfte die ohnehin schon angespannte Situation. Zahlreiche Einzelpraxen stehen demnach durch Preissteigerungen, Fachkräftemangel und zunehmende Bürokratie an der Belastungsgrenze. Patientinnen und Patienten müssten mit längeren Wartezeiten rechnen.

 

Im Gegensatz zu den Hausärzten gibt es bei den Zahnärzten völlige Niederlassungsfreiheit. „Wir versuchen, in der Fläche überall zahnmedizinisch zu versorgen“, betonte Carsten Vollmer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN). Allerdings liege die Versorgung etwa in Ostfriesland, im Raum Peine oder in Lüchow-Dannenberg teilweise nur noch bei 70 Prozent. Viele junge Kolleginnen und Kollegen arbeiteten lieber als Angestellte mit reduzierter Stundenzahl, als unter den schlechten Bedingungen das Risiko einer Selbstständigkeit einzugehen.

 

Für kommenden Mittwoch (13. September) rufen Kammer, KZV, der Freie Verband (FVDZ) und die ZfN zu einem gemeinsamen Protest in Hannover auf. Aus dem ganzen Land wollen Zahnmediziner mit ihrem Fachpersonal zu der Kundgebung in der Nähe des Landtags in Hannover kommen. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 2.000 Protestierenden. Die Mundgesundheit der Bevölkerung habe sich in den vergangenen Jahren verbessert, teilten die Verbände weiter mit. Damit sei auch das Risiko für andere Krankheiten wie Diabetes oder Herz- und Lungenerkrankungen gesenkt worden. Nun müsse befürchtet werden, dass es Verschlechterungen gebe.

 

„Kritisch sehen wir in der derzeitigen Lage die Deckelung der zahnärztlichen Vergütung bei den Parodontitisbehandlungen“, teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium mit. Dieser Schritt der Bundesregierung werde derzeit evaluiert. Sollte diese Deckelung negative Auswirkungen für die Patientinnen und Patienten haben, werde Niedersachsen eine Initiative zur Herausnahme der Parodontitis-Therapie aus der Budgetierung auf den Weg bringen. Mehr Informationen zum Protesttag der Zahnärzte in Niedersachsen finden Sie hier. Quelle: ZKN und „änd“ am 7. September 2023