Zum Hauptinhalt springen

Aktuell

< Umfrage: Überwiegend Skepsis gegenüber ePA und eRezept
30.08.2023 09:48 Alter: 288 days
Kategorie: Berufspolitik, Gesundheitspolitik, Medien & Internet

ePA, Digital-Gesetz, i-MVZ, offener Brief an FDP, AS Akademie

Exzerpt aus BZÄK-Klartext 08/2023


 

 

Sehr lange Bank und dann zu kurze Frist: Entwürfe zu Digital-Gesetz und Gesundheitsdatennutzungsgesetz

 

Lange waren sie angekündigt, dann passierte… nichts. Mitten in der Sommerpause macht das Bundesministerium für Gesundheit nun Tempo und hat mit dem Digital-Gesetz und dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz gleich zwei Entwürfe zur Umsetzung seiner Digitalisierungsstrategie auf den Weg gebracht: einmal mehr mit denkbar knappen Fristen zur Stellungnahme. Während das Digital-Gesetz das Opt-out-Verfahren für die elektronische Patientenakte (ePA) regelt, werden mit dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz die Grundlagen geschaffen, um die persönlichen Gesundheitsdaten aller Versicherten – auch die aus der ePA – für Forschungszwecke zugänglich zu machen. Für Zahnärztinnen und Zahnärzte fällt die erste Analyse nüchtern aus: für sie dürften viele an sich sinnvolle Regelungen vor allem zu Mehrbelastungen führen. Zur Erfolgsgeschichte wird Digitalisierung aber nur dann, wenn sie einen spürbaren Mehrwert bringt! Die gemeinsamen Stellungnahmen von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) zum Digital-Gesetz und zum Gesundheitsdatennutzungsgesetz finden Sie hier: www.bzaek.de/service/positionen-statements.html

 

Faktencheck i-MVZ

 

Großinvestorenthese:

 

Eine Einschränkung der Finanzinvestoren bei der Gründung von i-MVZ würde die Versorgung im ländlichen Raum weiter verschlechtern.

 

Fakt:

 

Falsch.

 

Die neu gegründeten i-MVZ sind überwiegend keine Praxisneugründungen, sondern Käufe bereits bestehender Zahnarztpraxen oder MVZ. Vor allem: Ende September 2022 befanden sich 80 Prozent der i-MVZ in Großstädten, in mindestens regulär oder sogar überversorgten Gebieten. Die Investoren leisten keinen relevanten Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung in ländlichen Regionen. Sie siedeln sich vornehmlich in Großstädten und Ballungsräumen an, die sich durch eine überdurchschnittlich einkommensstarke sowie jüngere und weniger von Pflegebedürftigkeit betroffene Bevölkerung auszeichnen.

 

Offener Brief an die FDP-Spitze zum Thema „Werbeschranken für ungesunde Lebensmittel“

 

Ein Regelungsentwurf für Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegt, die von der FDP-Spitze abgelehnt wurden. Werbung beeinflusst das Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen nachhaltig, die FDP dreht die wissenschaftlichen Fakten um und plädiert für „Freiheit“ (für die Hersteller). 

 

Die FDP-geführten Ministerien blockieren seit Monaten das im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesetzesvorhaben in der Ressortabstimmung. Zugeständnisse des Ernährungsministers – aus dem Vorhaben, Werbung für unausgewogene Lebensmittel in TV und Hörfunk zwischen 6 und 23 Uhr grundsätzlich zu untersagen, wurde nur noch „wochentags in den Abendstunden“; auch für Plakatwerbung soll es nun lediglich eine 100-Meter-Bannmeile um Kitas und Schulen, nicht aber um Spielplätze und Freizeiteinrichtungen geben – will die FDP nicht unterstützen. Ein breites Bündnis von mehr als 60 Organisationen hat einen offenen Brief an die FDP-Spitze geschrieben, dem sich die Bundeszahnärztekammer angeschlossen hat.

 

Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement (AS) - Anmeldung jetzt möglich

 

Am 29. Februar 2024 startet der 13. Fortbildungsgang der ASAkademie. Seit knapp 25 Jahren gibt es das berufsbegleitende Fortbildungsangebot für Zahnärztinnen und Zahnärzte, die Interesse an der Übernahme von Verantwortung in Gremien der zahnärztlichen Berufspolitik und Selbstverwaltung haben und sich das notwendige Know-how dafür zulegen wollen. Bewerbungsfrist ist der 31. Oktober 2023. Anmeldung und weitere Informationen:

 

www.zahnaerzte-akademie-as.de

 

Quelle: BZÄK am 30. August 2023