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11.05.2023 11:17 Alter: 1 year
Kategorie: Gesundheitspolitik, Zahnheilkunde

COVID-19-Impfungen

Wie lange hält die Immunität an?


 

 

Die Frage, wie lange COVID-19-Vakzine schützen, ist wichtiger denn je, um zu entscheiden, wann Auffrischungsimpfungen erforderlich sind. Im Fachmagazin "JAMA Network Open"  berichten Forscher jetzt über Ergebnisse einer systematischen Überprüfung und Metaanalyse der Literatur. Bei den ausgewählten Studien handelte es sich um Originalartikel, die über Schätzungen des Schutzniveaus und seiner Abnahme gegen eine im Labor bestätigte SARS-CoV-2-Infektion und symptomatische Erkrankung berichten.

 

Die Autoren haben insgesamt 799 Originalartikel und 149 Übersichtsarbeiten aus Fachzeitschriften mit Peer-Review sowie 35 Preprints identifiziert. Davon wurden 40 Studien in die Analyse einbezogen. Gepoolten Schätzungen der Effektivität eines primären Impfzyklus über alle Vakzine hinweg gegen eine im Labor bestätigte Omikron-Infektion und eine symptomatische Erkrankung lagen 6 Monate nach Verabreichung der letzten Dosis beide unter 20%. Durch Auffrischungsimpfungen wurde die Effektivität wieder auf ein Niveau gebracht, das mit dem kurz nach der Verabreichung des 1. Zyklus erreichten Wert vergleichbar war. Neun Monate nach der Verabreichung der Auffrischungsdosis lag die Impfeffektivität gegen Omikron bei weniger als 30% gegenüber einer im Labor bestätigten Infektion und symptomatischen Erkrankung.

 

Die Halbwertszeit der Impfeffektivität gegen symptomatische Infektionen wurde für Omikron auf 87 Tage (95%-KI 67-129 Tage) geschätzt, verglichen mit 316 Tagen (95%-KI 240-470 Tage) für Delta. Als Halbwertszeit definieren Forscher eine Spanne, innerhalb derer sich die Impfeffektivität halbiert.

 

Wenig überraschend war, dass es Unterschiede zwischen einzelnen Impfstoffen gab.  Ein Monat nach Verabreichung der 2. Dosis wurde eine höhere Impfeffektivität für mRNA-1273 von Moderna (61,9%; 95% KI 46,8%-76,9%) und für BNT162b2 von BioNTech/Pfizer (59,3%; 95%-KI 54,3%-64,4%) gefunden. Bei ChAdOx1 nCoV-19 von AstraZeneca (45,9%; 95%-KI 38,0%-54,1%) und bei CoronaVac von Sinovac (32,4%; 95%-KI 23,7%-36,8%) waren die Effektivitäten niedriger. 9 Monate nach der Verabreichung der 2. Dosis von BNT162b2, mRNA-1273 und ChAdOx1 nCoV-19 und 6 Monate nach der zweiten Dosis von CoronaVac lag die Impfeffektivität unter 5%.

 

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen gegen im Labor bestätigte Omikron- oder Delta-Infektionen und symptomatische Erkrankungen im Laufe der Zeit nach dem 1. Impfzyklus und der Auffrischungsdosis rasch abnimmt“, heißt es als Fazit. Quelle: univadis am 11. Mai 2023