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30.11.2022 17:04 Alter: 1 year
Kategorie: Berufspolitik, Gesundheitspolitik, GKV-Szene, Praxismanagement

G-BA: Patientenbefragungen in Praxen eher selten

Jahresbericht Qualitätsmanagement: „Ausbaufähige Defizite“


 

 

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Jahresberichte der Kassenärztlichen und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigungen für das Jahr 2021 veröffentlicht. Sie umfassen die Ergebnisse des Qualitätsmanagements in ambulanten Praxen inklusive ausbaufähiger Defizite.

 

3.278 humanmedizinische sowie 1.266 zahnärztliche Praxen sind auf ihr Qualitätsmanagement überprüft worden. Durch randomisierte Stichproben sollen repräsentative Ergebnisse erzielt werden. Die Jahresberichte machen deutlich, dass eine hohe und gut organisierte Versorgungsqualität in Deutschlands Praxen breit etabliert ist. So formuliert es der G-BA.

 

90 Prozent der befragten vertragsärztlichen Praxen greifen auf ein Hygiene- und Notfallmanagement zurück, lautet ein Ergebnis der Jahresberichte. Weiter messen und bewerten 80 Prozent ihre Qualitätsziele, 92 Prozent dokumentieren und beschreiben praxisinterne Abläufe und nutzen Instrumente zur Arzneimitteltherapiesicherheit. Die Bereiche Schmerzmanagement (37 Prozent) und Patientenbefragungen (57 Prozent) sind hingegen weniger verbreitet. Hier gibt es den Berichten zufolge Nachholbedarf. 

 

Die zahnärztlichen Praxen liegen mit 84 Prozent beim Schmerzmanagement deutlich vorn, auch Patientenbefragungen werden etwas häufiger durchgeführt (63 Prozent). Qualitätsziele, die regelmäßig neu ausgerichtet werden, setzen sich 97 Prozent der Zahnarztpraxen. Dazu gehört etwa die Verkürzung der Wartezeiten (70 Prozent) und die Reduzierung patientenseitig nicht abgesagter Termine (69 Prozent). Insgesamt 99 Prozent legen praxisinterne Abläufe schriftlich nieder, zeigen die Berichte außerdem. Defizite gibt es bei zahnärztlichen Praxen im Bereich der Fehlermeldesysteme: 53 Prozent geben an, noch keine zu verwenden.

 

Eine weitere Schlussfolgerung der Jahresberichte lautet: Ältere Praxen schneiden beim Stand des Qualitätsmanagements deutlich besser ab als neu gegründete mit einer Betriebszeit von unter drei Jahren. Quelle: Presseagentur Gesundheit (pag) am 30. November 2022