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< FVDZ warnt: „Augen auf beim Hardwaretausch“
01.09.2022 14:14 Alter: 25 days
Kategorie: Berufspolitik, Gesundheitspolitik, Kommentare

Offener Brief an Herrn Minister Laumann

Verschwendung von 300 Millionen € GKV-Versichertenbeiträgen


 

 

Der Gesundheitspolitische Arbeitskreis (GPA NRW) hat auf seiner Homepage folgenden "Offenen Brief an Herrn Minister Laumann veröffentlicht:

 

Sehr geehrter Herr Minister Laumann,

 

der Gesundheitspolitische Arbeitskreis der CDU in NRW ist in großer Sorge über den Einsatz von Beiträgen der GKV-Versicherten. Die Gesellschafterversammlung der gematik(Mehrheitsgesellschafter BMG mit 51% Stimmenanteil) hielt in ihrer Sitzung am 2.August 2022 daran fest, den im März 2022 beschlossenen sogen. Konnektorenaustausch in 130 000 Kliniken und Arzt- und Zahnarztpraxen, beginnend im September 2022, wegen sogen. ablaufender Schlüsselzertifikate durchzuführen. Im zuständigen Schiedsamtsverfahren zwischen KBV und GKV-SV hatte im Juli die Schiedsstelle die Kosten für den Tausch gegen neue Hardware auf eine Pauschale von 2300 € pro Konnektor festgelegt. Damit fließen ca. 300 Millionen Versichertenbeiträge (und keine Steuergelder) in diese Aktion, die von der gematik als alternativlos beschrieben wird.

 

Mittlerweile konnte diese Aussage der gematik von Computerspezialisten des C ́t-Magazins widerlegt werden: „Es lassen sich sehr wohl neue Kartensätze (gSMC-K) mit aktualisierten Zertifikaten für den Konnektor erstellen; damit würde der teure Hardwaretausch vermieden. Eine Remote-Zertifikatsverlängerung ist ebenso sehr wohl per Software sowohl für ältere RSA-Zertifikate als auch für neue eliptischeVerfahren (ECC-Zertifikate) möglich, um die Laufzeit der Konnektoren zu verlängern.“ Insgesamt würden sich die Kosten auf ca. 400 € pro Konnektor beim Austausch der gSMC-K belaufen. Damit reduzieren sich die Gesamtinvestitionskosten um ca. 240 Millionen €.

 

Sehr geehrter Herr Minister Laumann, wir bitten Sie, Ihren Einfluss auf das BMG und damit den Mehrheitsgesellschafter BMG geltend zu machen, dass zumindest eine offizielle Prüfung des sogen. alternativlosen Konnektorenaustausches durchgeführt wird. Sollte sich dabei herausstellen, dass mit einfacheren technischen Mitteln das gleiche sicherheitsrelevante Ziel erreicht werden kann, hätten die GKV-Versicherten 240 Millionen € aus ihren Beiträgen gespart und ein unnötiger Schrottberg von 130.000 Konnektoren könnte Ressourcen bewusst eingespart werden. Vor dem Hintergrund des geplanten GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes sicherlich ein wichtiges Argument, der Öffentlichkeit eindrucksvoll den verantwortlichen Umgang der CDU mit Ressourcen und Versichertenbeiträgen zu vermitteln. GPA-Homepage