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13.10.2021 09:45 Alter: 13 days
Kategorie: Berufspolitik, Gesundheitspolitik, GKV-Szene, Medien & Internet

FVDZ-Hauptversammlung in Bonn

Beschlüsse


 

 

Es folgt eine Übersicht ausgewählter Beschlüsse der diesjährigen Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ) in Bonn vom 7. bis 9. Oktober 2021. Die Wahlergebnisse finden Sie in der Meldung vom 10. Oktober 2021 (FVDZ-PM):

 

 

 

Resolution

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert die neue Bundesregierung auf, sich bei Reformen im Gesundheitswesen von folgenden Grundsätzen leiten zu lassen:

 

Freie Praxen erhalten

 

Freiberuflich selbstständige Praxen sichern mit eigenem Einsatz von Kapital und Wissen die flächendeckende hochwertige (zahn-) medizinische Versorgung mit freier Arzt- und Therapiewahl.

 

Private Vollversicherung erhalten

 

Mündige Bürger müssen die Möglichkeit erhalten, über die Absicherung gesundheitlicher Risiken selbst zu entscheiden. Aus der Pflicht zur Versicherung darf nicht automatisch eine Pflichtversicherung resultieren.

 

GKV entlasten

 

Alle versicherungsfremden Leistungen der GKV müssen dauerhaft aus Steuermitteln finanziert werden.

 

Selbstverwaltung stärken

 

Die (zahn-) ärztliche Selbstverwaltung ist näher am Leistungsgeschehen als jede Fremdverwaltung. Die Betroffenen können ihre Angelegenheiten am besten selbst regeln. Staatliche Eingriffe sind auf das Setzen von Rahmenbedingungen zu beschränken.

 

Budgetierungen dauerhaft beseitigen

 

Definierte Ausgabenvolumina sind nicht bedarfsgerecht. Leistungssteuerung muss durch Aufklärung und Eigenbeteiligungen erfolgen.

 

 

 

Bürokratieabbau in der Zahnarztpraxis

 

Die Hauptversammlung des FVDZ fordert die politischen Entscheidungsträger auf, den zahnärztlichen Körperschaften effizientes und nutzungsorientiertes Verwaltungshandeln im Rahmen der Selbstverwaltung zu ermöglichen. Die KZVen und Kammern werden aufgefordert, einen Maßnahmenkatalog zum Bürokratieabbau zu erstellen und zu gestalten. Die Bürokratielast einer Zahnarztpraxis hat ein Ausmaß erreicht, das rational nicht mehr zu begründen ist. Erforderliche und sinnvolle Regulierungen haben sich durch dieses Übermaß in ihr Gegenteil verkehrt. Nutzen und Wert der Verwaltungsakte sind für die Praxen und ihre Patienten nicht mehr erkennbar.

 

Bürokratiekostenausgleich

 

Die Hauptversammlung des FVDZ fordert die Gesundheitsministerkonferenz auf, sich für eine Auslagenpauschale zum Ausgleich des extrem gestiegenen Bürokratieaufwandes einzusetzen.

 

Bürokratieabbau

 

Die Delegierten zur Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordern den Vorstand auf, weiterhin auf allen politischen Ebenen für den Bürokratieabbau zu kämpfen.

 

Bürokratieabbau

 

Die Hauptversammlung des FVDZ fordert den Gesetz- bzw. Verordnungsgeber auf:

 

  • Für jede neue Regelung eine alte Regelung zu streichen
  • Gesetzliche Regelungen auf eine bestimmte Zeit zu beschränken
  • Geforderte Aufwendungen zu benennen und zu bezahlen
  • Mehrfachanforderungen von Dokumenten, die bereits bei Behörden eingereicht wurden zu vermeiden, indem die internen Strukturen effizient angepasst werden.

 

 

 

GOZ – Taskforce Gebührenordnung

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert die Bundeszahnärztekammer und die KZBV auf, gemeinsam mit dem Bundesvorstand des FVDZ eine „Task Force GOZ“ zu bilden, um den jahrzehntelangen Stillstand bei der Honorierung der zahnärztlichen Leistungen zu überwinden.

 

33 Jahre sind genug - Gebührenordnung in die Hand des Berufsstandes

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert die Bundesregierung auf, das Recht zur Vorlage einer Gebührenordnung als Rechtsgrundlage der Honorierung zahnärztlicher Leistungen auf die Zahnärzteschaft zu übertragen.

 

 

 

Praxistaugliche IT

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert das Bundesgesundheitsministerium auf, die von der gematik in ihrem Whitepaper vorgeschlagenen technischen Veränderungen erst nach umfassender Prüfung in gesicherten Feldversuchen einzuführen.

 

Kostenneutralität bei der Einführung der TI 2.0

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert den Gesetzgeber dazu auf, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die sicherstellen, dass den Vertragszahnarztpraxen der durch die Einführung und Betrieb der TI 2.0 neu entstehenden direkten und indirekten Kosten verbundene Gesamtaufwand vollständig erstattet wird.

 

Keine Zwangsanbindung an die TI und keine Sanktionierung bei Nichtanbindung

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte lehnt sowohl die Zwangsanbindung an die TI als auch die damit verbundene, gesetzlich verordnete Sanktionierung als Instrument staatlicher Bevormundung von Arzt und Patient heute so wie bereits in früheren Jahren ab.

 

 

 

Selbstverständnis des Verbandes

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte bekräftigt den Anspruch des Verbandes als standespolitische Speerspitze der Zahnärzteschaft. Eine ungebundene und von staatlichen Einflüssen freie Vertretung ist unabdingbar, um die berechtigten Interessen der Zahnärzteschaft adäquat zu artikulieren. Es ist Aufgabe des Verbandes, sich für eine freie wissenschaftliche Zahnmedizin einzusetzen und der nachwachsenden Generation von Kolleginnen und Kollegen den Wert einer freiheitlichen Berufsausübung zu vermitteln.

 

 

 

Vergewerblichung der medizinischen Versorgung verhindern

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte fordert die Abgeordneten des neu gewählten Deutschen Bundestages auf, der weiteren Kommerzialisierung der ambulanten zahnärztlichen Versorgung entgegen zu treten. Heilkunde ist kein Gewerbe und gehört nicht in die Hände von Kapitalgesellschaften.

 

Zeit für sprechende Medizin

 

Die Hauptversammlung des FVDZ fordert die KZBV, die KZVen und den Bundesvorstand auf, sich für die Neubeschreibung von Positionen für eine sprechende und erklärende Zahnmedizin, ähnlich der neuen PAR-Gebühr, einzusetzen und deren Einführung durchzusetzen.

 

 

 

Green Dentistry als Zukunftsanspruch

 

Die Hauptversammlung des FVDZ unterstützt den Bundesvorstand, das Green Dentistry-Logo als Anspruch an Hersteller und Händler zu stellen, sich für die Entwicklung, Erzeugung und den umweltfreundlichen Vertrieb nachhaltiger Produkte in der Zahnmedizin einzusetzen. Hersteller und Händler, die den Nachweis der geforderten Kriterien erbringen, könnten durch das Green Dentistry-Logo für die Kollegenschaft erkennbar ausgezeichnet werden.

 

 

 

Keine zentrale Speicherung von Patientendaten

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte lehnt eine zentrale Speicherung von Patientendaten auch künftig als unverantwortlich ab.

 

 

 

Budgets dauerhaft abschaffen

 

Die Hauptversammlung des FVDZ fordert die Bundesregierung auf, die (derzeit befristete) Aussetzung der Budgets im zahnärztlichen Bereich dauerhaft fortzuschreiben und dadurch endgültig abzuschaffen.

 

 

 

Keine Bürgerversicherung

 

Die Hauptversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte lehnt die Einführung einer Bürgerversicherung/Einheitsversicherung ab und fordert den Gesetzgeber auf, das duale System von GKV und PKV beizubehalten und weiterzuentwickeln.

 

 

 

Quelle: FVDZ-HV 2021

 

Darüber hinaus

 

  • wurde eine Verlängerung der Amtsperiode erneut abgelehnt,
  • wurden Änderungen der Beitragsordnungen beschlossen,
  • wurden Änderungen der Reisekostenordnung beschlossen,
  • wurden Änderungen der Ordnung für Aufwandsentschädigungen des Bundesvorstandes beschlossen,
  • wurden Änderungen der Delegiertenschlüssel vorgenommen,
  • wurden Satzungsänderungen für Online-Wahlen durchgeführt.