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01.09.2021 15:43 Alter: 55 days
Kategorie: Berufspolitik, Gesundheitspolitik, GKV-Szene

116117 zeigt breites Spektrum von Behandlungsanlässen

„SmED effiziente Gedächtnisstütze für medizinisches Fachpersonal“


 

 

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das im Mai 2019 in Kraft getreten ist, wurde unter anderem festgelegt, dass die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ab Januar 2020 unter der bundesweiten Rufnummer 116117 rund um die Uhr erreichbar sind. Patientinnen und Patienten, die mit akuten gesundheitlichen Beschwerden die 116117 wählen, werden über ein softwaregestütztes Ersteinschätzungsverfahren in die angemessene Versorgungebene vermittelt: Entweder in eine Arztpraxis, zum ärztlichen Bereitschaftsdienst (Praxis oder Hausbesuch), in eine Notaufnahme oder zum Rettungsdienst (112). Hierzu wird die Software SmED (Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) eingesetzt, die im Auftrag des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) für die Anwendung in Deutschland entwickelt wurde.

 

Das Zi hat nun erstmals bundesweit die SmED-Daten von knapp einer Million Bürgerinnen und Bürgern ausgewertet, die von Mai 2020 bis Mai 2021 die Servicenummer 116117 angerufen haben. Das Ergebnis: Etwa 110.000 Anfragen sind auf COVID-19-Informationen sowie typische Beschwerdebilder zurückzuführen. Über 850.000 Anrufende meldeten sich mit anderen Beschwerden. Insgesamt sind 105 verschiedene Behandlungsanlässe über SmED verzeichnet worden. Zu jedem dieser Anlässe riefen durchschnittlich mehr als 9.000 Patientinnen und Patienten bei der Hotline an. Am häufigsten meldeten sich Menschen mit Rückenschmerzen (81.546), gefolgt von COVID-19-Symtomen (80.230) und Bauchschmerzen (73.540). Die übrigen 752.000 Anrufe waren anderen Beschwerdebildern zuzuordnen. „Die Vielfalt der Behandlungsanlässe zeigt, wie wichtig gerade im Fall seltenerer Beschwerden eine qualitätsgesicherte und strukturierte medizinische Ersteinschätzung ist. Genau dies bietet SmED. Die Software fungiert dabei als eine Gedächtnisstütze für das medizinische Fachpersonal, damit auch unter Zeitdruck oder starker Belastung keine wichtigen Fragen vergessen werden, die notwendig sind, um die Dringlichkeit und den besten Ort für die Behandlung zu identifizieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Dr. Dominik von Stillfried.

 

SmED wird fortlaufend evaluiert und um weitere Symptome ergänzt. Die Entwicklung der Software wird inhaltlich von einem multidisziplinären wissenschaftlichen Beirat begleitet. Sie unterstützt das medizinische Fachpersonal bei der systematischen Abfrage von Symptomen in Kombination mit allgemeinen und symptomspezifischen Risikofaktoren (z.B. Alter, Geschlecht, Begleitbeschwerden) sowie bei der Entscheidung, welches die passende Versorgungsmöglichkeit für den Anrufenden ist. „Dadurch soll eine hohe Patientensicherheit gewährleistet und abwendbare gefährliche Verläufe zutreffend identifiziert werden. Schon bald wollen wir Patientinnen und Patienten die Möglichkeit bieten, über SmED selbstständig am heimischen Computer eine Online-Ersteinschätzung vorzunehmen. Weiterhin wird die Anwendung von SmED in verschiedenen Praxissettings erprobt und angewandt – so etwa am Gemeinsamen Tresen von Bereitschaftspraxen und Notaufnahmen“, so von Stillfried weiter. Quelle: KBV/Zi-PM am 31. August 2021