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< Zi: Konsequente Strategie erforderlich
20.11.2020 15:11 Alter: 9 days
Kategorie: Berufspolitik, Gesundheitspolitik

FVDZ-Bundesvorsitzender Schrader medial unter Beschuss

Echo auf fortgesetzten Streit mit BZÄK und KZBV


 

 

Die Fortsetzung des Streits über den Offenen Brief des Bundesvorsitzenden des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ), Harald Schrader, an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird heute in zwei zahnärztlichen Medien wie folgt kommentiert (Auszüge):

 

Die Zahnarztwoche (DZW): „Bashingbriefe führen ins politische Aus

 

„[…] Unterhaltsam wurde es, als Eßer noch einmal sehr deutlich klar stellte, dass „Bashingbriefe an den Minister“ wenig hilfreich seien. Damit wandte er sich frontal an den FVDZ, ungenannt an Harald Schrader, der den Körperschaften „Versagen“ vorgeworfen hatte und sich als politischen Gralshüter der Zahnärzteschaft inszeniert. „Wir müssen sagen, was ist, und zugleich sagen, was sein sollte – ohne Rücksicht auf die Fesseln der Funktionsträger“, formuliert es Schrader entfesselt.

 

Laut ist nicht gleich gut gebrüllt

 

Hatte es auf der Vertreterversammlung der KZBV noch kurz nach einem Zurückrudern Schraders ausgesehen, tat sich der FVDZ mit einem Offenen Antwortbrief an Minister Spahn hervor, in dem er Spahn politischen Zynismus vorhielt. Für die Körperschaften irrlichtert der Freie Verband wohl frei von Verstand als politisches Leichtgewicht auf der Berliner Bühne und sägt ritzeratze eine Lücke in die mühsam aufgebaute Brücke zu den politisch Handelnden. Wohin sich Schrader im Namen des FVDZ mit seinem Alleinvertretungsanspruch positionieren will, versteht er mit seinen Getreuen wohl nur allein. Zugunsten der Zahnärzteschaft wird er so keine positiven Impulse im politischen Berlin setzen können. Eßer steht auf dem Boden der politischen Realität. Er führt die Gespräche, die in Berlin Gehör finden können. Auf dem Zahnärztetag formuliert er sie: Liquiditätshilfe für 2021 fortführen, Unterstützung für in Not geratene Praxen durch die GKV, Pandemiezuschlag für gestiegene Kosten und Honorarverhandlungen auf Vor-Pandemie-Zeiten-Niveau. Eßer zeigte sich optimistisch. Mit einer Stimme sprechen – das ist der viel beschworene Weg von Eßer, Engel und Frankenberger […]“.

 

Quintessence News: „Politik-Bashing nicht hilfreich“

 

„[…] Der KZBV-Vorstandsvorsitzende Eßer mahnte in der Diskussion an, dass Politik-Bashing zwar kurzzeitig sicher Luft verschaffe, aber nicht hilfreich sei und die Anliegen der Zahnärzte nicht weiterbringe. Bei aller Betroffenheit sei es wichtig, konstruktiv zu bleiben. Gleichzeitig forderte er die Zahnärztinnen und Zahnärzte auf, mit Briefen, E-Mails etc. an die Politik mit den Sorgen der Zahnärzte heranzutreten und die Probleme deutlich zu machen, zum Beispiel durch die besonderen Belastungen in der Pandemie, aber auch durch die steigende Zahl von MVZ […]“.

 

Wie berichtet, hatte auch der FVDZ-Landesverband Nordrhein massive Kritik am Schreiben seines-Bundesvorsitzenden und des Bundesvorstandes geübt. In dem Statement des nordrheinischen Landesvorsitzenden Dr. Thorsten Flägel heißt es:

 

„[…] Der Landesvorstand des Landesverbandes Nordrhein distanziert sich in aller Deutlichkeit von der Diktion und etlichen Passagen des an den Gesundheitsminister Spahn adressierten offenen Briefs des Bundesvorstandes. Auch wenn es zu einer der Kernaufgaben eines zahnärztlichen Berufsverbandes gehört, Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen aufzuzeigen und daraus Forderungen an die Politik abzuleiten und diese auch in aller Deutlichkeit zu kommunizieren, sollte dies jedoch immer auf der Grundlage von harten Fakten und konkreten Daten geschehen, lösungsorientiert ausgerichtet sein und stets zum Ziel haben, die politischen Entscheidungsträger mit aller Beharrlichkeit und Stringenz von der Notwendigkeit zu überzeugen, gesetzgeberisch im Sinne des Berufsstandes tätig zu werden und versorgungspolitisch die richtigen Entscheidungen zu treffen […]“

 

Quellen: FVDZ-NR, DZW, Quintessence News