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04.06.2020 19:01 Alter: 61 days
Kategorie: Berufspolitik, GKV-Szene, Praxisfinanzen, Praxismanagement

Störung in der TI – Bis zu 80.000 Praxen betroffen

KBV drängt auf Regelung zur Kostenübernahme


 

 

Zur Behebung der Störung in der Telematikinfrastruktur hat die gematik die Praxen heute erneut aufgefordert, umgehend einen Dienstleister zu kontaktieren. Der Termin sollte möglichst in diesem Monat stattfinden. Unklar ist bislang allerdings, wer die Kosten für den Einsatz übernimmt. „Wir brauchen jetzt sofort eine Klärung, dass die Rechnungen nicht an die Praxen gehen“, forderte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Bis zu 80.000 Praxen von Ärzten, Psychotherapeuten und Zahnärzten sind seit einer Woche von der Telematikinfrastruktur (TI) abgeschnitten und können den Abgleich der Versichertendaten auf der Gesundheitskarte (VSDM) nicht durchführen. Unklar ist zurzeit, ob und in welchem Umfang die Anwendungen im Sicheren Netz, die über die TI laufen, funktionieren.

 

Termin noch vor dem Quartalswechsel

 

Die Betreibergesellschaft rät Ärzten und Psychotherapeuten, zunächst zu prüfen, ob sie von der Störung des Online-Abgleichs der Versichertenstammdaten betroffen sind. Ist das der Fall, empfiehlt sie, „dringend Kontakt mit dem IT-Servicepartner der Praxis aufzunehmen – auch wenn Praxen nicht sicher sind, ob sie von der aktuellen Störung betroffen sind“, heißt es in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung der gematik. Betroffene Praxen sollten mit ihrem IT-Servicepartner dann klären, ob das Problem über einen Fernzugriff oder vor Ort behoben werden kann. Der Termin, so schreibt die gematik weiter, sollte schnellstmöglich vereinbart werden und noch vor dem Quartalswechsel stattfinden.

 

Kriedel: Die Rechnungen dürfen nicht an die Praxen gehen

 

Die KBV drängt seit einer Woche auf eine schnelle und für die Praxen aufwandsarme und kostenfreie Lösung. „Wir brauchen rasch eine verbindliche Aussage dazu, dass anfallende Reparaturkosten übernommen werden und wer die Rechnungen erhält“, sagte Kriedel und fügte hinzu: „Solange das nicht geklärt ist, werden viele Ärzte und Psychotherapeuten verständlicherweise keinen Dienstleister beauftragen.“ Die KBV will erreichen, dass der IT-Dienstleister nicht mit dem Arzt abrechnet. „Die Rechnungen sollen möglichst nicht an die Praxen gehen“, betonte Kriedel. Die KBV ist dazu bereits im Gespräch mit dem Bundesgesundheitsministerium und der gematik. Kriedel: „Wir erwarten bis spätestens Anfang nächster Woche eine Entscheidung.“

 

Die gematik hatte letzte Woche in einer Pressemitteilung erklärt, „dass den betroffenen Leistungserbringern kein finanzieller Schaden durch die Situation entsteht“. Offen blieb, wer die Kosten trägt und folglich auch die Rechnungen erhält.

 

gematik stellt Informationen im Internet bereit

 

Um Praxen bei der Behebung des Problems zu unterstützen, hat die gematik heute eine Statusseite im Internet veröffentlicht. Dort würden Praxen auch Hilfestellungen finden, wie sie prüfen können, ob sie betroffen sind, heißt es in der Pressemitteilung. Die gematik will die Inhalte nun laufend ergänzen und immer wieder aktualisieren. So wurde aktuell die Liste der Supportseiten von IT-Servicepartnern für Praxen erweitert. „Wir setzen uns dafür ein, dass diese Informationen mit praxisrelevanten Fragen erweitert und für Ärzte und Psychotherapeuten in verständlicher Art und Weise, also zielgruppengerecht, aufbereitet werden“, betonte Kriedel. Quelle: KBV-„PraxisNachrichten“ am 4. Juni 2020