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17.05.2020 10:31 Alter: 163 days
Kategorie: Berufspolitik, Gesundheitspolitik, GKV-Szene, Kommentare, Praxisfinanzen

FVDZ: Zusammen in die Zukunft

Schrader: „Hilfe zur Selbsthilfe ist das Gebot der Stunde“


 

 

Brief des Bundesvorsitzenden des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ):

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

wir sind als Zahnärzte für unsere Patienten da - wir sind nicht wieder da, denn wir waren nie weg. Trotz Pandemie und widriger Umstände haben wir die Praxen offengehalten. Das werden wir auch in Zukunft tun, denn wir haben in und mit der Krise gelernt. Vor allem ist uns inzwischen deutlich vor Augen geführt worden: Gesündere Patienten sind besser vor Corona geschützt. Als Zahnärzte leisten wir zur Mundgesundheit in Deutschland einen wichtigen Beitrag, einen augenscheinlich systemrelevanten Beitrag. Vor, in und nach der Krise – zusammen mit unseren Patienten.

 

Die Zahnmedizin in Deutschland ist Weltspitze – sowohl in der Qualität als auch in der Breite der Versorgung. Politiker klopfen sich gern selbst auf die Schulter und vergessen dabei, dass dies nicht wegen, sondern trotz ihres Einflusses so ist. Die Pfeiler, auf denen diese Struktur ruht, sind die Leistungs-, Risiko- und Investitionsbereitschaft, die Innovationsfreude und der Fortbildungswille freiberuflich selbstständiger Zahnärztinnen und Zahnärzte. In der aktuellen Bedrohung durch das Coronavirus hat die Bundesregierung uns zunächst vertröstet, dann „angefüttert“ und uns letztlich doch im Stich gelassen. Die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland ist in ihren Augen offenbar kein relevanter Teil der Daseinsvorsorge. Mehr noch: Mit dem Zuklappen des Rettungsschirms, bevor er überhaupt richtig aufgespannt war, wurden wir als ärztliche Fachgruppe im Handstreich diskriminiert und diskreditiert.

 

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ) hat während des Lockdowns, mit dem die Praxen heruntergefahren wurden, seine politischen Aktivitäten hochgefahren. Denn schnell war klar: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen Zahnarztpraxen hart. Patienten bleiben aus, Umsätze brechen ein, während die Preise für Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel in die Höhe schießen. Dennoch haben wir die zahnmedizinische Versorgung – auch von COVID- 19-Erkrankten – aufrechterhalten. Wir haben nicht gekniffen – und wurden dennoch von der Politik in die zweite Reihe gestellt.

 

Den zu erwartenden Schaden für die flächendeckende Versorgung, wenn die Zahnarztpraxen in Deutschland und ihre rund 350.000 Mitarbeiter in Existenznot geraten, hat die Bundesregierung billigend in Kauf genommen – vermutlich aus parteipolitischem Kalkül und wegen Vorurteilen gegenüber Zahnärzten.

 

Ein Schutzschirm aus Mitteln des Gesundheitsfonds wurde u.a. für Krankenhäuser, ambulant tätige Ärzte und Heilmittelerbringer aufgespannt – nicht jedoch für Zahnarztpraxen. Die könnten ihre Einnahmeverluste ja durch Mehrarbeit ausgleichen, hieß es zur Begründung. Diese Krise zeigt damit vor allem eines: Die Zahnärzteschaft ist auf sich selbst gestellt und kann nicht auf Hilfe aus der Politik hoffen. Also ist neben der Frage nach politischen Konsequenzen die Hilfe zur Selbsthilfe das Gebot der Stunde.

 

Deshalb hat der Freie Verband Deutscher Zahnärzte e.V. gemeinsam mit seinen Partnern und der Deutschen Zahnärzte Genossenschaft (DZGeG) ein eigenes Hilfspaket geschnürt – mit einem klaren Blick nach vorn und einem gemeinsamen Ziel: Wir wollen aus dieser Krise gestärkt in die Zukunft gehen! Halten wir zusammen!

 

Mit kollegialen Grüßen

 

ZA Harald Schrader, Bundesvorsitzender, im Mai 2020

 

Hier geht es zum Hilfspaket und zu den Corona-FAQs:

 

www.fvdz.de/zukunft

 

www.fvdz.de/corona

 

Quelle: FVDZ am 15. Mai 2020