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02.04.2020 10:09 Alter: 125 days
Kategorie: Zahnheilkunde

„Angriff auf Pulpa und Parodontium –Kontrolliert retten oder konsequent implantieren?“

ZÄK Nordrhein: KHI-Thementag erstmals als Online-Fortbildung


 

 

Das Fortbildungsinstitut der Zahnärztekammer Nordrhein (KHI) bietet am Samstag, dem 16. Mai, ab 09:00 Uhr erstmals online einen Thementag unter o.g. Headline an. Referenten sind:

 

  • Prof. Dr. Christian Gernhardt
  • Prof. Dr. Hans-Joachim Nickenig
  • Prof. em. Dr. Wolfgang Raab
  • Prof. Dr. Stefan Fickl

 

Der Fortbildungsreferent der ZÄK-NR, Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz, beschreibt in seiner Ankündigung das Spannungsfeld und folgende Schwerpunkte: Implantatgestützte Rehabilitationen stellen heute in vielen Praxen einen integralen Bestandteil des angebotenen Behandlungsspektrums dar. Implantate weisen durch intensive Forschung der letzten beiden Jahrzehnte, die insbesondere die Oberflächentexturierung und das Gewindedesign betraf, nach einer Verweildauer von über zehn Jahren in über 90 % der Behandlungsfälle eine stabile Osseointegration auf. Dennoch darf die hohe Wertigkeit des Zahnes, auch wenn seine positive Langzeitprognose durch parodontale Defekte oder pulpale Erkrankungen eingeschränkt ist, nicht außer Acht gelassen werden. Derart kompromittierte Zähne können bei Anwendung geeigneter Behandlungsmaßnahmen häufig erhalten werden und noch über Jahre in situ verbleiben.

 

Aktuelle Publikationen zeigen, dass Überlebensraten von parodontal kompromittierten Zähnen nach durchgeführter Parodontaltherapie auch nach zehn Jahren groß sind. Bei aller Euphorie, die die Implantologie umfasst, muss alles daran gesetzt werden, erhaltungsfähige Zähne nicht vorschnell zu entfernen. Eine allgemeingültige Leitlinie, wann die Entscheidung gegen den Zahnerhalt und für die Implantatinsertion fallen soll, kann es nicht geben. Es handelt sich in den jeweiligen Behandlungsfällen immer um Einzelfallentscheidungen, wobei die Komplexität der Entscheidungsmatrix von patientenspezifischen, anatomischen, systemischen, prothetisch-konzeptionellen und nicht zuletzt finanziellen Faktoren abhängt. Innerhalb der Parodontaltherapie stehen heute moderne regenerative Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung, die neben chirurgischen Soft-Skills den Einsatz von Barrieren, Schmelz-Matrix-Proteinen sowie Knochenersatzmaterialien erfordern. Außer dem Zahnerhalt durch Endodontologie sind präventive Maßnahmen zur Erhaltung der vitalen Pulpa nicht minder wichtig.

 

Als Behandler sind wir dem Wohl unserer Patienten verpflichtet. Daher sollte bei der Fragestellung ,,Zahnerhalt oder Implantatinsertion“ immer eine individuelle patientengerechte Entscheidung getroffen werden, unabhängig von der Spezialisierung und persönlicher Präferenz des Behandlers. Wir dürfen sehr gespannt sein auf die kontroverse Diskussion der eingeladenen Referenten über die Favorisierung der einen oder der anderen Therapieoption. Kennzeichnend für den KHI-Thementag ist die Einbeziehung des Auditoriums in die Diskussion. Empathie und Emotionalität sind beim Austausch kontroverser Sichtweisen bei dieser Veranstaltung ausdrücklich erwünscht. Der Meinungsaustausch wird eingebettet sein in eine kollegiale Diskussionsrunde der Referenten und Teilnehmer als „Meet the Expert Online Chat“. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Dr. med. habil. Dr. Georg Arentowicz, Fortbildungsreferent der ZÄK-NR

 

Kursnummer 20037: Zur Anmeldung nutzen Sie bitte das Buchungsportal der Zahnärztekammer Nordrhein unter https://www.khi-direkt.de/#/kurs/20037. Dort finden Sie auch das komplette Tagungsprogramm. Die technischen Zugangsvoraussetzungen und –daten werden Ihnen zusammen mit der Anmeldebestätigung zur Verfügung gestellt. Gebühr: Zahnärztinnen/Zahnärzte: 150,- Euro, Fortbildungspunkte: 7, Kontakt: Karl-Häupl-Institut der Zahnärztekammer Nordrhein, Emanuel-Leutze-Str. 8, 40547 Düsseldorf, Tel. 0211 / 44704-202, Fax: 0211 / 44704-401, Mail: khi@zaek-nr.de

 

Quelle: ZÄK-NR, 14. KW 2020