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30.03.2020 11:30 Alter: 127 days
Kategorie: Berufspolitik, Praxismanagement, Zahnheilkunde

LZK Thüringen: Sehr hohe Hygienestandards zusätzlich verstärkt

Hilfe der Landesregierung eingefordert


 

 

Die Ausbreitung des Coronavirus stellt auch die 1.220 Zahnarztpraxen in Thüringen vor große Herausforderungen. Patienten sind aber wie bisher durch weitreichende Hygienemaßnahmen geschützt. „Auch jetzt muss niemand Angst davor haben, eine Zahnarztpraxis zu betreten", sagt Dr. Christian Junge, Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen. „Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist auf der Busfahrt zur Praxis oder beim anschließenden Einkauf im Supermarkt deutlich höher als in der Zahnarztpraxis selbst", so der 54-jährige Zahnarzt aus Friedrichroda. Junge verweist auf die schon in normalen Zeiten sehr hohen Hygienestandards der Zahnärzte, die nun an die aktuelle Situation angepasst wurden: „Unsere Patienten sitzen nicht in überfüllten Wartezimmern. Die Praxen haben ihre Wartezimmer so eingerichtet, dass sie den notwendigen Abstand zwischen Patienten einhalten können. Durch eine optimierte Terminvergabe kommen Patienten kaum mit anderen Patienten in Kontakt. Viele Praxen haben am Eingang bereits Desinfektionsmittel für die Patienten bereitgestellt. Zudem wird ein vergrößerter Sicherheitsabstand am Empfangstresen eingehalten. Auf dem Zahnarztstuhl sitzt der Patient sowieso allein, hier wird er durch Mund-Nase-Schutz und Handschuhe des Behandlungsteams geschützt."

 

Patienten mit Symptomen sollen Praxis anrufen

 

Viele Praxen klären ihre Patienten bereits am Eingang mit einem Aushangplakat über Risiken bei Beschwerden auf, die auf eine mögliche Coronavirus-Infektion hindeuten. Betroffene sollten die Praxisräume daher nicht sofort betreten, sondern zunächst per Telefon mit der Zahnarztpraxis das weitere Vorgehen und die Kontaktierung des jeweiligen Hausarztes besprechen. „Im Zweifelsfall kann selbstverständlich jeder Patient vor dem Termin mit seinem Zahnarzt telefonisch abklären, ob eine Behandlung zum jetzigen Zeitpunkt erforderlich ist. Der Zahnarzt wird gemeinsam mit dem Patienten eine Entscheidung treffen, die den Schutz anderer Patienten und des Praxispersonals berücksichtigt", erklärt Junge. Sollte ein Patient bereits Symptome wie Husten, Fieber, Atemnot oder Halsschmerzen haben, sollte er die Praxisräume auch bei einem akuten Notfall nicht betreten, sondern mit der Zahnarztpraxis rechtzeitig telefonisch die weitere Behandlung besprechen. Außerdem sind sich die Zahnärzte ihrer besonderen Verantwortung bewusst und verschieben Behandlungstermine von Patienten aus Hochrisikogruppen auch vorsorglich aktiv.

 

Zahnärzte benötigen Hilfe der Landespolitik

 

Um Patienten aber auch weiterhin behandeln zu können, sind die Praxen dringend auf Nachschub an Mund-Nase-Masken, Handschuhen und Desinfektionsmittel angewiesen, gibt Zahnärzte-Präsident Junge freimütig zu. Für die Behandlung corona-infizierter Patienten wird sogar eine erweiterte Schutzausrüstung mit Atemmasken und Schutzkitteln benötigt. Diese Materialien seien jedoch aufgrund der weltweit hohen Nachfrage kaum oder nur zu sehr überteuerten Preisen lieferbar. Hier warten die Zahnärzte seit Wochen auf Hilfe des Thüringer Gesundheitsministeriums leider vergebens. „Neben der Lieferung von Schutzmitteln muss die Landespolitik aber auch endlich jene Zahnarztpraxen finanziell absichern, deren Fortbestehen durch die Corona-Krise gefährdet ist", fordert Junge. „Die Politik muss jetzt helfen, damit auch nach der Krise die zahnmedizinische Versorgung in allen Regionen Thüringens gewährleistet ist." Quelle: PM der LZK Thüringen am 30. März 20